Gartenstauden

Baumspinat - da ist Wuchern erwünscht!

Baumspinat RezeptIch habe mich schon oft geärgert, weil ich mir die schlimmsten "Un"-Kräuter selbst in den Garten geholt habe.

Z.B. verfluche ich den Tag, an dem ich beim letzten Umzug vor 20 Jahren eine panaschierte Goldnessel vom alten Garten in den neuen verpflanzt habe.
Auf dem alten Standort wuchs sie an einem trockenen sandigen Südhang und war entsprechend handzahm.
Im neuen Garten hat sie einen lehmig humosen aufgeschütteten nährstoffreichen Boden vorgefunden und dankt das durch unkontrollierbares  Wachstum.

Oder die Samenmischung mit 2-jährigen Blumen, die mir eine Malvenart mit hartnäckiger Pfahlwurzel und versamungsfreudige Nachtkerzen beschert hat.

Sogar die schöne und heilsame Ringelblume kann nervig werden.

Vor einigen Jahren haben wir ein einzelnes Pflänzchen mit schönen rot überlaufenen Blättern gefunden und als eßbaren Baumspinat (Chenopodium giganteum) bestimmt.
Er wurde also liebevoll gehegt und wuchs und wuchs (bis 2 Meter) und verzweigte sich und es wurde fleißig geerntet.
Leider hat sich schnell heraus gestellt, daß er nicht so wirklich lecker war und wir haben streng drauf geachtet, daß er nicht zum Versamen kommt - Böses ahnend.

Nun ist er zwei Jahre nicht mehr in Erscheinung getreten.

Dieses Jahr dann dieser Anblick in unseren Radieschen-Kübeln im Gewächshaus:

 

Baumspinat

 Baumspinat Brennessel

 

Zwischen den Radieschen kam massenweise der Baumspinat auf. Obwohl wir damals die Samen vor dem Ausreifen entfernt haben, müssen welche auf dem Kompost überlebt haben und sind so in die Kübel geraten.

Da wird natürlich sofort aus der Not eine Tugend gemacht und der Baumspinat fleißig geerntet, damit die Radieschen noch eine Chance haben.
Auf dem Bild oben links haben wir schon zum  3. Mal geerntet, es kommen immer wieder neue Sämlinge nach. 
In diesem zarten Stadium ist er auch noch lecker. 

Zur Abrundung haben wir heute noch fleißig Brennesseln gesammelt.
Im Freien war das vermutlich die letzte Brennesselernte, weil sich hier die diversen Raupen schon breit machen, die wir natürlich nicht bekämpfen.
Im Gewächshaus wachsen auch noch schöne zarte Brennesselchen im Kübel (rechtes Bild).

Dazu kommt dann noch Gundermann aus dem aufgelassenen Schatten-Beet:

Gundermann Wildkräuter Küche 

Der Gundermann wäre alleine ausreichend für viele Mahlzeiten. Da er aber nicht in großen Mengen verwendet werden soll, geben wir nur eine Handvoll zu den o.g. Pflanzen dazu.
Jedenfalls werten die Brennesseln und der Gundermann den eher faden Baumspinat ganz enorm auf.

Aus den Kräutern bereiten wir eines unserer Lieblingsessen:
Spaghetti mit Knoblauch und Olivenöl und darin die Kräuter geschwenkt.

Dazu werden die Kräuter ganz kurz blanchiert, um die Oxalsäure aus dem Baumspinat zu entfernen.
Derweil kochen die Spaghetti.

In der Pfanne wird Olivenöl heiß gemacht und die Knoblauchscheiben (sechs große Zehen dürfen es für zwei Leute schon sein - vorrausgesetzt man hat an dem Tag nicht's mehr vor ;-)) darin gedünstet.
Dann werden die blanchierten Kräuter und die Spaghetti noch kurz im Öl mit durchgeschwenkt.

Die Bio-Vollkonr-Spaghetti aus der Region gibt es in unserem Supermarkt, was wir ein tolles Angebot finden.
Deshalb nenne ich auch gerne Namen. Es ist der V-Markt in Bobingen und die leckeren Dinkel-Spaghetti sind von hier:
http://www.dinkelnudeln-moser.de/

 

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